Der Meterpreis aus dem Baumarktprospekt ist die unwichtigste Zahl in dieser Entscheidung. Ein Holzzaun für 60 Euro pro laufendem Meter kann am Ende teurer sein als ein Steinkorb für 200, weil zwischendurch dreimal Lasur, ein Satz neuer Pfosten und irgendwann der halbe Austausch fällig war. Wer Sichtschutz im Garten ernsthaft vergleichen will, rechnet in Kosten pro Meter und Jahrzehnt.
Zäune, Mauern, Hecken und Gabionen zählen rechtlich alle als Einfriedung. Sie unterscheiden sich weniger im Preis als in der Frage, wer die Folgekosten trägt. Deshalb stehen hier Anschaffung, Pflege und Lebensdauer nebeneinander.
Warum die Rechnung ausgerechnet im Oktober ansteht
Im Herbst laufen zwei Fristen ab. Fundamente brauchen frostfreien Boden, und wurzelnackte Pflanzen wollen in der Erde sein, bevor es dauerhaft kalt wird. Der Oktober ist das letzte bequeme Zeitfenster. Ein Beispiel: Wer jetzt kein Fundament setzt, wartet bis März.
Option 1: Der Sichtschutzzaun
Ein Sichtschutzzaun wirkt sofort. Am Tag der Montage ist die Lücke zu, niemand wartet auf Wachstum. Der Preis hängt am Material, und dort verstecken sich die Posten, die niemand mitrechnet: Dielenstärke, Pfostenprofil, Verzinkungsart. Über den Endpreis entscheiden Materialkennwerte, Pfostenabstände und Montagepauschalen beim Zaunkauf oft stärker als der beworbene Meterpreis. Eine Preis- und Materialübersicht lohnt sich also, bevor Sie das erste Angebot für einen neuen Zaun unterschreiben.
Die drei gängigen Arten im Überblick:
- Holz (imprägnierte Kiefer, Lärche, Douglasie): 30 bis 120 Euro pro Meter. Günstigste Variante in der Anschaffung, aber alle zwei bis drei Jahre eine Lasur.
- Kunststoff und WPC (Holz-Kunststoff-Verbund): 80 bis 180 Euro pro Meter. Kein Anstrich nötig, verblasst anfangs aber sichtbar.
- Metall (Stahl, feuerverzinkt und pulverbeschichtet, oder Aluminium): 150 bis 300 Euro pro Meter. Teuer in der Anschaffung, dafür die beste Langlebigkeit und kaum Pflege.
Dazu kommt die Montage. Wer die Pfosten selbst ins Fundament setzt, spart sie; ein Betrieb rechnet je nach Untergrund 40 bis 80 Euro zusätzlich. Bei einer Länge von 25 Metern sind das 1.500 Euro, die im Prospekt fehlen. Beim Zaunbau in Eigenregie brauchen Sie ein Wochenende, einen Erdbohrer und eine zweite Person.
Option 2: Die Hecke
Eine Hecke ist die einzige der drei Varianten, die mit der Zeit besser wird statt schlechter. In der Anschaffung ist sie am günstigsten, verlangt dafür Geduld und regelmäßige Arbeit. Entscheidend sind Länge und Höhe in Zentimetern: Kleine Pflanzen mit 60 bis 80 Zentimetern kosten 20 bis 60 Euro pro Meter, fertige Ware ab 150 Zentimetern liegt bei 80 bis 150.
| Heckenpflanze | Zuwachs im Jahr | blickdicht ab | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Liguster | 30 bis 40 cm | 2. Standjahr | halbimmergrün, sehr schnittverträglich |
| Hainbuche | 30 bis 50 cm | 3. Standjahr | behält braunes Laub im Winter |
| Thuja | 20 bis 30 cm | 4. Standjahr | immergrün, empfindlich bei Trockenheit |
Am besten geschnitten wird zweimal jährlich, im Juni und im Spätsommer. Wichtig ist der Zeitraum vom 1. März bis zum 30. September: In diesen Monaten dürfen Hecken und lebende Zäune nach Paragraf 39 Bundesnaturschutzgesetz nicht auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden. Erlaubt bleibt der schonende Form- und Pflegeschnitt. Der Radikalschnitt gehört also in den Winter.
Wer pflanzt, bekommt nebenbei etwas, das kein Zaun liefert. Der NABU weist darauf hin, dass eine Hecke aus heimischen Wildsträuchern deutlich artenreicher besiedelt wird als eine Reihe exotischer Ziergehölze. Vögel brüten darin, Insekten finden Blüten, der Igel ein Winterquartier.
Option 3: Die Gabione
Der Steinkorb ist der Kompromiss für alle, die sofort blickdicht sein wollen, ohne je zum Pinsel zu greifen. Draht, gefüllt mit Stein, ergibt eine geschlossene Wand: schwer, sicher gegen Wind und nur mit schwerem Gerät wieder wegzubekommen.

Gerechnet wird mit 120 bis 300 Euro pro Meter bei 180 Zentimetern Höhe inklusive Füllung, mit Streifenfundament und Steinlieferung eher 250 bis 400. Zwei Punkte übersehen Bauherren regelmäßig:
- Tiefe. Je nach Höhe braucht die Wand 20 bis 50 Zentimeter Breite. Auf 25 Metern frisst sie mehrere Quadratmeter Garten, die ein Zaun nicht beansprucht.
- Gewicht. Ein Kubikmeter Füllung wiegt rund 1,6 Tonnen. Ohne tragfähigen Boden oder Fundament kippt die Konstruktion mit der Zeit nach vorn.
Dafür hält verzinkter Draht rund drei Jahrzehnte ohne Pflege, dämpft Straßenlärm spürbar und speichert Wärme, was an einer Südterrasse angenehm oder lästig sein kann. Ist ohnehin eine überdachte Terrasse geplant, lohnt der Blick auf die Kriterien für ein gutes Terrassendach: Beide Fundamente lassen sich in einem Zug setzen.
Kosten im Vergleich: Zaun, Hecke und Steinkorb über zehn Jahre
Beispiel: 25 laufende Meter, mittlere Ausstattung, Montage durch einen Betrieb. Alle Kosten in Euro.
| Kriterium | Holzzaun | WPC | Metall | Hecke | Steinkörbe |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffung pro Meter | 60 | 130 | 220 | 40 | 200 |
| Montage pro Meter | 50 | 50 | 60 | 15 | 90 |
| Pflege über zehn Jahre | 900 | 100 | 50 | 600 | 0 |
| Summe nach zehn Jahren | 3.650 | 4.600 | 7.050 | 1.975 | 7.250 |
| blickdicht ab | sofort | sofort | sofort | 3. Standjahr | sofort |
| Langlebigkeit | 10–20 J. | 20–25 J. | 25–30 J. | 50 J. + | 25–30 J. |
| Ökologischer Nutzen | gering | keiner | keiner | hoch | mittel |
Die Rangfolge kippt, sobald Sie den Zeitraum ändern. Über zehn Jahre gewinnt die Hecke klar. Über 25 holt Metall auf, weil es als einziges Material die Strecke ohne Ersatz durchhält, während der Holzzaun bis dahin einmal komplett neu steht. Die Argumente für feuerverzinkte und pulverbeschichtete Stahlzäune stehen an anderer Stelle ausführlicher.

Höhe, Abstand, Genehmigung
Eine bundesweit einheitliche Regel gibt es nicht. Zuständig ist das Nachbarrechtsgesetz im jeweiligen Bundesland, ergänzt um Landesbauordnung und Bebauungsplan. Für Zäune, Mauern und Hecken gelten dabei unterschiedliche Maße. Drei Größen sollten Sie kennen:
- Verfahrensfreie Höhe. In den meisten Bundesländern dürfen Einfriedungen bis 1,80 oder 2,00 Meter ohne Baugenehmigung entstehen. Darüber wird ein Bauantrag fällig.
- Ortsübliche Einfriedung. In Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gilt eine Einfriedung von 1,20 Metern als ortsüblich. Wer höher bauen will, braucht das Einverständnis des Nachbarn.
- Abstand zur Grenze. In Nordrhein-Westfalen etwa halten Pflanzen bis zwei Metern Höhe einen halben Meter zur Grundstücksgrenze, höhere einen ganzen. Gemessen wird ab der dem Nachbarn zugewandten Seite, nicht ab der Mitte.
Ein Sichtschutzzaun direkt auf der Grundstücksgrenze ist nur mit Zustimmung des Nachbarn zulässig, dann aber oft die beste Lösung, weil beide Seiten Platz sparen. Damit Sie auf der sicheren Seite sind: schriftlich festhalten, auch unter Freunden.
Der Punkt, der 2026 neu dazukommt
Mehrere Bundesländer haben Schottergärten eingeschränkt, und Kommunen wie Naturschutzverbände fordern durchlässige Grenzen. Eine bis zum Boden dichte Einfriedung, egal ob Mauern, Zäune oder Steinkörbe, riegelt das eigene Grundstück für Igel, Kröten und Blindschleichen ab.
Der Aufwand ist lächerlich gering: eine Aussparung von 10 mal 10 Zentimetern am Boden, alle paar Meter. Bei Steinkörben lässt sich der unterste Korb kürzen, bei Zäunen genügt ein höher gesetztes erstes Element. Manche Gemeinden schreiben solche Durchlässe bei Neubauten inzwischen vor. Prüfen Sie das, bevor Sie Fundamente gießen.
Welche Lösung zu welchem Grundstück passt
Reihenhausgarten, 6 bis 10 Meter Grenze. Elemente aus Kunststoff oder eine Ligusterhecke. Auf dieser Länge fallen die Kosten pro Meter kaum ins Gewicht, dafür zählt jeder Zentimeter Tiefe. Steinkörbe sind hier meist zu breit.
Hanglage. Gabionen, ohne lange zu überlegen. Sie fangen Erddruck ab und machen aus dem Sichtschutz eine Stützwand. Ein Zaun bräuchte Einzelfundamente, eine Hecke rutscht anfangs.
Eckgrundstück mit Straßenlärm. Kombinieren: Stein zur Straße für die Dämpfung, Grün zum Nachbarn für Optik und Kosten. Wer ohnehin die Zufahrt neu macht, sollte die Gestaltung von Auffahrt und Eingangsbereich gleich mitdenken.
Kleines Budget, viel Zeit. Hainbuche, wurzelnackt, im Oktober gepflanzt. Für unter 1.000 Euro sind 25 Meter machbar. Bis es blickdicht ist, hilft eine Schilfmatte.
Häufige Fragen vor der Bestellung
Was ist günstiger, Hecke oder Zaun?
Über zehn Jahre die Hecke, deutlich: rund 1.975 gegenüber 3.650 Euro beim Holz. Über drei Jahre dreht sich das Bild, weil der Zaun sofort steht.
Wie lange hält ein Sichtschutzzaun aus Holz?
Imprägnierte Kiefer bringt es auf 10 bis 15 Jahre, Lärche und Douglasie auf 15 bis 20, jeweils bei regelmäßiger Lasur. Ohne Anstrich halbiert sich das. Die Pfosten geben meist vor den Elementen auf, weshalb sich Bodenhülsen aus Metall lohnen.
Brauchen Sie überhaupt eine Einfriedung?
In der Regel nein. Eine Einfriedungspflicht besteht nur, wenn der Bebauungsplan sie vorschreibt oder ein Nachbar sie nach Landesrecht verlangt. Wo sie gilt, macht die Gemeinde meist Vorgaben zu Art und Höhe.
Kurz gerechnet: Wer lange bleibt und Zeit hat, pflanzt. Steinkörbe lohnen sich, wenn sofort Ruhe einkehren soll und Platz da ist. Muss es schmal bleiben, kaufen Sie Metall statt Holz und zahlen einmal statt dreimal.
*Redaktion testella.de, Stand September 2026.*